Supervision

Was ist Supervision?

supervision_luzernIm hektischen Alltag bleibt oft nicht die Zeit, anspruchsvolle Situationen zu reflektieren oder belastende Ereignisse zu analysieren. Insbesondere im Berufsleben sind wir oft grosser Hektik, unüberschaubarer Informationsflut und permanenten Entscheidungsforderungen ausgesetzt. Zeit auf Distanz zu gehen, zu reflektieren, abzuwägen und zu prüfen, bleibt kaum. Aber gerade die Fähigkeit der (Selbst-) Reflexion ist aktuell in hohem Masse gefragt und gefordert. (Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen, Vorstellungsgespräche, Qualifikation usw.)

Supervision

Supervision richtet sich an Einzelpersonen und Gruppen oder Teams aller Hierarchiestufen, die ihr berufliches Handeln reflektieren wollen. Sie befasst sich mit konkreten Fragestellungen aus dem Berufsalltag der Supervisanden/der Supervisandinnen (= Leute, welche Supervision nehmen).

Ziel der Supervision

Das Ziel der Supervision ist die Verbesserung der Arbeitssituation, der Arbeitsatmosphäre, der Arbeitsorganisation und der aufgabenspezifischen Kompetenzen. In einem lösungsorientierten Ansatz ist der Supervisionsprozess darauf angelegt, praxisnahes Lernen und die Qualität der Zusammenarbeit sowie die berufliche und persönliche Entwicklung zu fördern.

Supervision fördert die berufliche Handlungskompetenz durch angeleitete Reflexion. Dieser Prozess unterstützt die Supervisanden/innen im Überdenken ihrer beruflichen Handlungen und in der Selbsteinschätzung der eigenen Person und Rolle. Sie erkennen die Wechselwirkung in den sie betreffenden Arbeitsbeziehungen besser und vertiefen das Wissen um ihre Organisation als System.

Supervision hilft Distanz schaffen zu den Abläufen und der Dynamik von Gruppen und Systemen. Sie schützt dadurch vor Überforderung, destruktivem Konfliktverhalten und spezifischer 'Blindheit' im eigenen Arbeitsumfeld. Supervision ist ein wirkungsvolles Instrument der beruflichen und persönlichen Weiterbildung.

Wann kommt Supervision zum Einsatz?

  • Sie haben das Ziel, mit ihren vielfältigen beruflichen Anforderungen besser umzugehen.
  • Sie suchen eine Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen und der Leitung zu verbessern (z.B. auch in Fällen von Mobbing).
  • Sie wollen Konflikte konstruktiv klären und neue Handlungsmöglichkeiten in verfahrenen Situationen erproben.
  • Sie haben als Führungskraft die Absicht, effektive Arbeitsteilung in ihrem Team zu verwirklichen.

Einzelsupervision

In der Einzelsupervision bespricht ein Supervisand seine berufliche Situation im Einzelgespräch mit einem Supervisor. Inhalte sind insbesondere persönliches Verhalten und die zugrundeliegenden Werte, Erfahrungen, Gedanken und Gefühle. Vorteil der Einzelsupervision ist es, dass manchmal intime Fragen leichter eingebracht werden.

Gruppensupervision

In der Gruppensupervision treffen sich Supervisanden aus unterschiedlichen Institutionen und oft auch aus unterschiedlichen Berufsfeldern und tauschen sich über ihre Erfahrungen und Probleme aus, unter Anleitung eines Supervisors. Die Teilnehmenden erhalten abwechselnd Raum, sich einzubringen und für sich zu lernen. Auch hier dient die Gruppe als Spiegel, in dem Konflikte und Ressourcen deutlich werden und Lösungen gefunden werden können. Vorteil der Gruppensupervision ist es, dass Erfahrungen aus unterschiedlichen Organisationen und deren Methoden und Kultur zusammenkommen und so den Blick öffnen.

Teamsupervision

In der Teamsupervision steht der Umgang der Teammitglieder miteinander im Vordergrund. Teilnehmende sind die Mitarbeiter eines Arbeitsteams oder eines Ausbildungsteams. Ziel ist ein gemeinsames Lernen, sowie Synergie und Lösungen anzustreben. Inhalte sind Zusammenarbeit, Ziele, Prozesse, Strukturen, Werte und Kultur. Dazu gehören auch persönliche Themen, diese werden aber nur soweit behandelt, als sie den gemeinsamen Prozess in besonderem Masse hindern oder fördern. Der optimale Umgang mit Klienten ist übergeordnetes Ziel. Vorteil der Teamsupervision ist es, dass das Gelernte anschliessend gemeinsam in die Praxis umgesetzt werden kann.

Fallsupervision

In der Fallsupervision treffen sich Vertreter verschiedener Berufe oder Mitglieder eines Teams, um die Besonderheiten eines bestimmten Klienten oder Patienten zu besprechen und den Umgang mit ihm zu planen und zu verbessern. Ziele sind Entlastung der Betreuenden und Verbesserung der Betreuung. Die Gruppe dient dabei als Spiegel, in dem Konflikte und Ressourcen deutlich werden und Lösungen gefunden werden können. Fallsupervision ist sinnvoll, wenn mehrere Institutionen mit dem gleichen Klienten beschäftigt sind: Sozialamt, Jugendamt, Psychiater, Gericht, Partner/Familie, und natürlich die oder der Betroffene selbst.

Lehrsupervision

In der Lehrsupervision oder Ausbildungssupervision lernen und üben angehende Supervisoren die Methode der Supervision. Inhalte sind die individuellen Praxissituationen, die Beziehung zu und der Umgang mit ihren Supervisanden, die eigene Persönlichkeit, die Rolle als Supervisor, und die Rolle des Supervisors in der Organisation des Supervisanden. Inhalt ist auch die Zusammenarbeit in der eigenen Ausbildungsgruppe. Lehrsupervision kann als Einzelsupervision oder als Gruppensupervision stattfinden. Supervision bietet die Möglichkeit das Handeln im Beruf zu reflektieren und hat das Ziel die berufliche Handlungskompetenz zu erweitern, die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen, sowie die Gesundheit zu erhalten.

Supervision bietet Raum für Situationen, die für Sie nicht befriedigend abliefen, Fragen, die nicht geklärt wurden oder auch ein Konflikt, der Sie belastet und Ihnen Kraft raubt.

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